ROHRPOST #26

Wie wird es mit der Immobilienbranche weitergehen?
von IMMOROHR - 13. Jan 2023
 IMMOROHR Immobilien GmbH

Es schreibt Frau Erna L. aus der Leopoldstadt: „Sehr geehrter Herr Rohr, ich bin auch Maklerin und verfolge Ihre Auftritte daher besonders aufmerksam. Wie wird es mit unserer Branche weitergehen?“

Thomas Rohr antwortet:

„Liebe Frau L., es freut mich ganz besonders, eine Kollegin als Stammhörerin zu haben. Noch mehr freut es mich, wenn Sie Wert auf meine Meinung hinsichtlich unserer Branche legen. Ich fühle mich sehr geschmeichelt, vielen Dank!

 Makler zu sein hat - wie jeder andere Beruf auch - seine Vor- und Nachteile. In Zeiten der Hochkonjunktur und des Wachstums, also in den letzten Jahren, haben wir Makler, seien wir ehrlich, gut verdient. Ich hoffe jedoch, dass die meisten meiner Kollegen trotzdem hungrig geblieben sind, denn ohne diese Eigenschaft wird auch in Zukunft kein Geschäft zu machen sein. 

War der Markt bis dato eher von den Verkäufern diktiert, so werden heute die Käufer mehr umworben werden müssen. Für uns Makler ändert sich eigentlich nichts, zu einer Hälfte unserer Kunden werden wir immer unter dem Teppich klettern müssen.

Die großen Strömungen am Wohnungsmarkt würde ich wie folgt definieren: Eigennutzer, die über das nötige Eigenkapital verfügen, also meistens die Älteren unter uns, kaufen derzeit sehr gerne. Auch oder gerade wenn die Zeiten härter werden, möchte man ein schönes Refugium haben. Der Corona-Trend nach Freiflächen, Gärten etc. hält ungebrochen an.

Jüngere Leute haben heute teilweise sehr große Schwierigkeiten, entsprechende Finanzierungen zu bekommen. Die neuen Idealmaße der österreichischen Banken, nämlich 20/40/35 (Mindestkapital, maximaler Anteil des Haushaltseinkommens zur Kreditrückzahlung, maximale Laufzeit) erfüllen nur die wenigsten. Hier wird die FMA gut daran tun, ihre Forderungen etwas zurückzuschrauben. 

Mietwohnungen werden stärker nachgefragt, da sich, wie soeben ausgeführt, gerade junge Menschen den Eigentumserwerb nicht leisten können, aber trotzdem ein Dach über dem Kopf brauchen. Hier wird uns Maklern aber meines Erachtens auch und vor allem den Interessenten die Einführung des Bestellerprinzips kräftig in die Suppe spucken.

Büro- und Geschäftsflächen hängen unmittelbar von der wirtschaftlichen Entwicklung ab, werden also im kommenden Jahr etwas verhalten sein, ebenso befürchte ich, dass die Investmentmakler, also auch ich, 2023 nicht als ihr Rekordjahr sehen werden.

 Resümierend denke ich, wird Diversifikation bei Maklerunternehmen wichtiger als in der Vergangenheit. Stellen Sie sich breiter auf, wissen Sie alles über Ihre Immobilien und leben Sie die Dienstleistung. Dann, liebe Frau L., brauchen Sie sich auch in Zukunft keine allzu großen Sorgen machen.

 Und wenn doch, treten Sie über meine Social Media Kanäle mit mir in Kontakt oder schreiben Sie mir ein Mail.

Bis dahin alles Liebe, 

Ihr Thomas Rohr